Politik

Ein Deutschland ohne Sorgen, ein Ausblick

  • 11. Oktober 2017

Die Lesezeit für diesen Beitrag beträgt ungefähr 322 Sekunden

Wie schön wäre es, wenn sich die Deutschen keine Sorgen mehr machen müssten. Das ist unmöglich? Das sagt die Politik und die Wirtschaftslobby. Es gibt in diesem Zusammenhang den schönen Satz:

Das geht nicht, dann kam Einer, der das nicht wusste und machte es einfach.

Treffender kann man es nicht formulieren. Die Politik und Wirtschaftslobby sind in ihrer ganz persönlichen Suchblase gefangen, die es schlichtweg nicht erlaubt, über den Tellerrand hinauszublicken.

Was würde sich ändern?

Durch die Umsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens würde sich eine ganze Menge zum Positiven ändern.

Zuallererst die positive Grundstimmung im Land, die dann innenpolitische und wirtschaftliche Auswirkungen hätte. Denn ein Wirtschaftssystem funktioniert nur, wenn auch Geld im Land ausgegeben wird. Wenn dem Staat also wirklich daran gelegen wäre, die Wirtschaft anzukurbeln und nicht weiter Lobbyismus zu betreiben, dann hätten wir diese Absicherung bereits in Deutschland. Durch eine Einführung würde der Glauben an die Politik gestärkt werden, der in der heutigen Zeit eher verhalten ausfällt.

Als Nächstes wäre Deutschland im nächsten Level als Wirtschaftsmotor, denn Menschen könnten die Arbeit tun, die sie gern erledigen. Damit steigt bei diesem Menschen die Stimmung und das überträgt sich nach Außen. Auch die Qualität der Arbeiten würde steigen, denn in eine Arbeit, die man gern macht, steckt man viel Herzblut.

Eine weitere Folge wäre eine spürbare Entlastung des Gesundheitssystems, denn ein Mensch, der sozial integriert und keine finanziellen Sorgen hat, der wird nicht so schnell krank. Upps, diese Einsparung hatte ich in meinen vorherigen Beiträgen über das bedingungslose Grundeinkommen noch gar nicht erwähnt, obwohl sie nicht von der Hand zu weisen ist.

Die Spirale hat mit Sicherheit noch viele weitere Punkte, die sich positiv in Deutschland auswirken würden. So würde die Abschaffung von Hartz IV vermutlich eine Menge Partypotential freisetzen. Ein Aufatmen einer mächtig großen Bevölkerungsschicht würde beginnen. Das wiederum entlastet die Behörden und Politik erheblich. Auch der Handel bekommt dies zu spüren, denn es würde Geld ausgegeben werden und man würde in freundliche Verkäufergesichter blicken, weil sie ihren Job gern machen.

Was braucht es dafür?

Erstmal benötigt jede Neuerung eine Menge Unterstützer. Somit steigt der Bedarf und die Politik reagiert, wie man das ansatzweise in Schleswig-Holstein beobachten kann. Petitionen sind zum Beispiel ein wunderbares Mittel, so wie diese hier. An den Ergebnissen ist deutlich zu erkennen, dass der Wunsch nach Sicherheit nicht neu ist und einige haben bereits etwas bewegt. Nur so verschafft man sich Gehör in der Politik. Es reicht also nicht, nur Zuhause zu sitzen und zu hoffen, dass jemand anders seinen Kopf, für das was man selber möchte, hinhält. Hier ist jeder gefragt, seine ganz persönliche Meinung zu äußern, um etwas zu bewegen. Natürlich alles in einem ordentlichen und politisch korrekten Rahmen. Ohne den geht es nicht.

Was spricht eigentlich gegen das bedingungslose Grundeinkommen?

In erster Linie die Politik, die nicht wirklich weiß, wie es umzusetzen ist. Denn unumstritten muss für die Einrichtung an der Gesetzgebung geschraubt werden, da ein bedingungsloses Grundeinkommen diverse Bereiche des Sozialsystems empfindlich berührt. Es müssen klare Richtlinien geschaffen werden, damit kein Missbrauch oder eine unnötige Auszahlung stattfinden. Spätestens bei der Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens werden sich die Parteien streiten. Klar hierbei ist, dass es unter 1000 Euro pro deutschen und bezugsberechtigten Erwachsenen nicht funktionieren kann.

Das Steuersystem wird auch betroffen sein, denn gerade hier steckt unheimlich viel Finanzierungspotential für das bedingungslose Grundeinkommen. Ich habe es bereit in einem meiner Beiträge dazu erwähnt, dass ich kein Freund von einer kategorischen Umverteilung des Geldes bin. Nur bin ich ein echter Fan davon, Steuerschlupflöcher abzudichten und keine neuen mehr zuzulassen. Daher muss das Steuersystem mit angefasst werden.

Und Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn nicht vorab ausgiebig diskutiert und Zweifel an der Umsetzbarkeit seitens der Politik und Wirtschaft geäußert würde. Deutschland tut sich mächtig schwer damit, seine Gesetzgebung zu reformieren, aus Angst vor Abwanderungen. Dabei spricht nicht viel gegen Verbesserung der Wirtschaft. Und dann ist da noch die EU, die ich für unverzichtbar halte. Allein schon aus Gründen des friedlichen Zusammenlebens. Ab und an steht die EU mit ihren Kompetenzen allerdings nicht nur den Deutschen im Weg. Nun lässt sich darüber streiten, ob die EU nicht zu viel Spielraum bekommen hat, aber das wäre ein Einzelthema, da es viel zu umfangreich ist.

Fazit

Das bedingungslose Grundeinkommen ist als Idee nicht neu und die Politik und Wirtschaft hätte ausreichen Zeit gehabt sich damit zu beschäftigen, wenn sie mal den Bürgern und Wählern zugehört hätte. Ein bedingungsloses Einkommen beschneidet viele Bereiche des deutschen Sozialsystems, aber es ist definitiv machbar. Ob die Politik mal wieder zu lange abwartet oder überraschender Weise schnell agiert, wird die Zeit zeigen. Wichtiger finde ich es jedoch, bei der Umsetzung den sozialen Gedanken konsequent umzusetzen und auf jeglichen Lobbyismus zu verzichten. Das würde der deutschen Politik guttun.

 


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