Der Mensch strebt nach Sicherheit


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Ein bedingungsloses Einkommen gibt den Menschen die benötigte Sicherheit, um den Kopf freizuhaben für die wirklich wichtigen Dinge, die einen wesentlich höheren Stellenwert in der Gesellschaft haben. Als angenehmen Nebeneffekt wäre eine große Schicht der Bevölkerung nicht dem Zwang unterlegen, zwei oder drei Jobs parallel, neben der Familie, unter einen Hut bringen zu müssen.

Sicherheit

Der größte Teil der Deutschen ist ständig nach Sicherheit bestrebt. Erkennbar wird das zum Beispiel bei der Überversicherung vieler  Deutscher. Die Aussicht auf eine geringe Rente, die im Endeffekt deutlich geringer ausfällt, als auf den Renteninformationsbogen angegeben, trägt ebenfalls nicht zu einem sorglosen Verhalten bei. Hier wurden seitens des Staates Angebote geschaffen, die privat zu finanzieren sind. Nur fragt sich, ob sich die breite Bevölkerungsschicht dies überhaupt leisten kann. Viele Deutsche sind finanziell nicht in der Lage privat vorzusorgen und ergeben sich somit ihrem Schicksal „Altersarmut“.

Ein weiteres Indiz für das Streben nach Sicherheit der Bevölkerung ist die Gutgläubigkeit, dass das soziale Netz des Staates sie im Fall des Falles auffängt. Menschen, die diesen Abstieg einmal erlebt haben, berichten allerdings nicht gerade positiv über ihre Erfahrungen mit dem Sozialsystem. Es ist eher die Rede von Gängelungen und Kürzungen, deren Notwendigkeit die sich die meisten Betroffenen nicht wirklich erklären können.

Fakt ist, dass der Staat mit seinem sozialen Netz derzeit keine wirkliche Sicherheit bieten kann.

Lösung

Nachdem bereits viele Menschen, aus allen Bevölkerungsschichten, das bedingungslose Einkommen als Ersatz für diverse unwirtschaftlich Sozialbausteine für sich grob kalkuliert haben, bewegt sich in der Politik nicht wirklich viel. Okay, in Schleswig-Holstein wird heiß über die Umsetzung des Pilotprojektes, über dessen Name gestritten wird, diskutiert. Mal ehrlich, während eine riesengroße Bevölkerungsschicht nicht weiß wo ihr der Kopf steht, diskutieren Parteien über den Namen für das bedingungslose Grundeinkommen? Unglaublich aber wahr!

Nicht nur ich halte das bedingungslose Grundeinkommen für dicke finanzierbar und somit realisierbar. Selbstverständlich muss sich die Politik auf Gegenwind von den derzeitigen Sozialbehörden und mancher Kollegen einstellen, die gegen jegliche positive Neuerungen zu sein scheinen. Der Grund, warum eine wirtschaftliche Lösung soviel Gegenwind erfährt, erschließt sich nicht immer gleich. Denkbar ist eine große Unsicherheit, die durch Unwissenheit entsteht. Ja, auch Politiker sind Menschen und streben nach Sicherheit. Allerdings auf einem recht sorglosen Level, den viele gering verdienenden Menschen in Deutschland nicht nachvollziehen können.

Fest steht, dass ein bedingungsloses Einkommen einen Haufen Geld kostet, der momentan durch sinnlose Ausgaben des Sozialsystems schlichtweg verbrannt wird. Des Weiteren ist es unverständlich, das Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens nicht in der Lage sind, eine Kalkulation durchzuführen, die bereits die möglichen Einsparungen berücksichtigt. Weiterhin wird meiner Meinung nach nicht ausreichend kommuniziert, wer genau das bedingungslose Grundeinkommen beziehen soll. Denn das sind meiner Meinung nach längst nicht alle Menschen, sondern nur die Menschen, die nicht mit einem überdurchschnittlichen Einkommen gesegnet sind und noch festzulegende Voraussetzungen erfüllen müssen, Stichwort „Sozialtourismus“. Unklar ist, warum hierüber keine öffentlichen Debatten geführt werden.

Der Mensch hat seinen Stolz

Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man den Beziehern des bedingungslosen Grundeinkommens den monatlichen Betrag nicht gönnerhaft schenkt. Das würde einer Verachtung des Beziehenden gleichkommen. Es ist ungemein wichtig, von vorn herein klarzustellen, dass es sich nicht um eine Almose handelt, sondern um eine Sozialleistung des Staates. Nur so werden möglichst alle Menschen erreicht, die dann mit einem guten Gefühl diese Sicherheitsleistung des Staates entgegennehmen und nicht wie das bei Harzt IV der Fall ist, desillusioniert werden. Ein weiterer netter Gedanke ist, dass durch die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ein Teil der Obdachlosen wieder in die Gesellschaft integriert werden könnten, sofern sie dies möchten.

Ab wann ist man arm

In Deutschland gibt es Zahlen, ab wann man als arm gilt. Diese Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen. Wer sich für das Thema interessiert, der kann z.B. bei n-tv einen Artikel dazu lesen.

Generell ist es strittig, ab wann man als „arm“ gilt und ob man dann wirklich „arm“ ist. Das sollte einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht entgegenstehen, denn das Einkommen soll ja kein Einkommen aus Arbeit ersetzen, sondern ergänzen und im Fall einer Arbeitslosigkeit eine Grundsicherheit schaffen, für die man sich nicht rechtfertigen muss.

Ost-/West

Für mich einer der Knackpunkte bei dem bedingungslosen Grundeinkommen ist das immer noch zu große Ost-/Westgefälle. Über eine schnelle Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens wäre die Politik in der Lage, eine echte Chancengleichheit zu schaffen.

Wer sich als ein Land definiert, der kann nicht Menschen aus den unterschiedlichen Landesteilen differenziert behandeln.

Auch würde ein bedingungsloses Grundeinkommen auf Dauer verhindern, dass die Masse der Deutschen immer der Arbeit nachzieht und so weite Gebiete Deutschlands verwahrlosen. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass die Arbeit und ihr Wert neu definiert werden müssen.

Eierlegende Wollmilchsau?

Kann das bedingungslose Grundeinkommen einen Großteil der Probleme des Sozialstaates Deutschland lösen?

Wenn auch nicht alle und im vollen Umfang, ist es eine sehr gute Möglichkeit soziale Probleme zu lösen und nicht ständig hier und da zu flicken. Einmal einen eindeutigen Einschnitt vorzunehmen und sich dabei bewusst zu sein, dass man es ohnehin nicht jedem recht machen kann, halte ich für wesentlich ehrlicher.

 

 


  1. Birgit Scheerenberge

    RT @blog4readers2: (Der Mensch strebt …) – https://t.co/XHu3gjVlHc
    #Bedingungsloses_Grundeinkommen #Definition #Finanzierbarkeit #Hartz_…

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